Johanna Dietrich

Tanz

Ich bin Hanna… bunt, neugierig, ein bisschen Intensitäts-Junkie aber vor allem eine immerfort Suchende. Auf der Suche nach Verbindung und Zugehörigkeit, nach dem richtigen Platz in mir, in meinen Beziehungen, meinem Platz in der Welt. Laufend mit der Frage konfrontiert, was richtig überhaupt bedeutet, wie sich richtig anfühlt? 
Meine Erkenntnis in diesem Prozess – mein Körper weiß es und er zeigt es. Im Innen wie im Außen. Auf mein Körpergedächtnis und -gefühl ist Verlass, sofern ich auf es höre und ihm vertraue. Nichts ist wahrer als der Ausdruck des Körpers. Er findet Ausdruck, wo Worte fehlen. Er bringt Menschen in Beziehung – zu sich selbst, zu anderen, zur Welt. 
Ich tanze, seit ich ein kleines Mädchen bin – Ballett, Jazz, Standard, zeitgenössisch. Damals weil ich musste, irgendwann weil ich wollte, mittlerweile weil ich es brauche. Lange Zeit habe ich meinen Körper als selbstverständlich betrachtet, als Mittel zum Zweck, um den vermeintlich wichtigen kognitiven Anforderungen des Lebens gerecht zu werden. Tanzen bedeutete für mich in erster Linie Sport, um in Form zu bleiben und um die Behausung meines Verstandes instand zu halten. Erst aufgrund einer Erkrankung erkannte ich, dass Tanz viel mehr für mich war und ist.
 
Tanzen hat etwas Befreiendes, Lösendes und Heilendes. Tanzen ist Ausdruck. Tanzen ist Beziehung. Tanzen ist Ganzheit. 
Oft höre ich: „Tanzen, nee, das ist nichts für mich!“ 
 
Um ehrlich zu sein – ich bringe nicht die körperlichen Voraussetzungen mit, die man von einer Tänzerin erwarten würde. Ich bin kein Gummimensch, finde selten meine Mitte und habe große Schwierigkeiten mir Choreografien und Schrittabfolgen zu merken. Aber ich tanze leidenschaftlich gern, voller Hingabe und immer wieder selbstvergessen. Meine Überzeugung – jeder tanzt, und jede Bewegung des Alltags ist Tanz und gleichzeitig eine Stellungnahme zu sich selbst und zur Welt. 
Aus dieser Überzeugung heraus habe ich mich vor zwei Jahren für eine Ausbildung zur systemischen Tanztherapeutin entschieden. Anfang des Jahres sogar gegen einen sicheren Job als Organisations- und Personalentwicklerin in der Industrie. Seither arbeite ich 1 – 2 Tage die Woche tanztherapeutisch mit Demenzkranken und in der Trauerbegleitung von Kindern. Was ich sonst damit machen werde? Das weiß ich noch nicht. 
Was ich weiß ist, dass ich uns allen ein wenig Selbstvergessenheit wünsche und dass wir, anstatt das Leben zu erleiden, das Leben tanzen – gestalten. Jeder auf seine Art und Weise.  
 
Was ich außerdem bin:
  • Stolze Mutter von 2 erwachsenen Kindern
  • Geschieden und wieder glücklich verheiratet
  • Manchmal zu entspannte Hunde- und Katzenbesitzerin 
  • Vielleicht bald Heilpraktikerin für Psychotherapie in eigener Praxis
  • Nicht praktizierender Systemischer Coach
  • Dipl. Kulturwirtin (Südostasien), gerne als akademische Vielfruchtmarmelade beschrieben
  • Leidenschaftlicher Yoga-Fan